Bei immer wieder wechselndem Wetter mit Regenschauern, Graupel und Sonnenschein startete der Rosenmontagszug 2023 um 10 Uhr vom Chlodwigplatz in Köln. 11.500 bunt kostümierte Jecken in 74 Gruppen säumten die Strecke und verteilten Kamellen, begleitet von Musik und Tanzeinlagen. 21 Persiflagewagen präsentierten satirische Bilder regionaler, nationaler und internationaler Politik, von der Debatte um die AfD bis hin zur Kritik am Iran-Regime. Zwei nicht angekündigte Wagen riefen zur Solidarität mit iranischen Menschen auf und ehrten Christoph Kuckelkorn. Trotz kleiner technischer Ausfälle und Gewitterwarnung blieb die Stimmung bis 19 Uhr ausgelassen.
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Musikkapellen, Wagen und Gruppen sorgen für ausgelassene Stimmung Köln
Bereits früh am Morgen um 10 Uhr startete der farbenfrohe Rosenmontagszug vom Chlodwigplatz und schlängelte sich auf seiner Route durch die Kölner Innenstadt. Kamelle und Kamellerufe waren allgegenwärtig und sorgten für ausgelassene Stimmung bei Jecken jeden Alters. Die geschmückten Wagen und Fußgruppen präsentierten sich mit fantasievollen Motto-Gestaltungen. Den krönenden Abschluss bildete das Kölner Dreigestirn – Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne -, das pünktlich um 19 Uhr den Auflösebereich erreichte.
Handgefertigte Wagen zeigen originell Satire gegen Wohnungsnot und AfD-Politik
Die Wagenpersiflagen erzeugten ein satirisches Gesamtkunstwerk: Von der Kritik am undemokratischen Umgang mit der AfD über die Wohnungsnot in Köln bis zu EU-, FIFA- und NATO-Strategien im Zuge von Trumps Präsidentschaft deckten sie viele Themen ab. Die pointierten Karikaturen und aufwändig gestalteten Modelle verbanden künstlerischen Anspruch mit handwerklicher Sorgfalt. So entstanden überaus aussagekräftige Darstellungen, die humorvoll Gesellschaftsdebatten kommentierten.
Politische Satire trifft Karnevals-Hommage an scheidenden Präsident Christoph Kuckelkorn
Mit zwei nicht im Plan vorgesehenen Motivwagen sorgte der Karnevalszug für Schlagzeilen. Der erste Wagen thematisierte plakativ das harte Durchgreifen des iranischen Regimes und rief zu Solidarität mit Unterdrückten auf. Der zweite Wagen ehrte in liebevoll gestalteten Szenen den scheidenden Festkomitee-Präsidenten Christoph Kuckelkorn, stellte symbolisch seine Errungenschaften und Impulse für den Fortbestand des Kölner Karnevals dar und würdigte seine integrative Wirkung auf die Jecken.
Aufruf zur Mithilfe: Jecken sollen Karneval mit Optimismus beflügeln
Bevor die letzte Gruppe den Auflösebereich erreichte, präsentierte das Festkomitee das Leitmotiv 2024: „Morje es, wat do drus mähs“. Mit diesem Slogan ermutigt es die Jecken, über beanstandende Worte hinauszugehen und aktiv eigene Projekte zu initiieren. Jede Form von Engagement – von Sitzungen über Kostümideen bis zu Bühnenprogrammen – ist gewünscht, um ein optimistisches, zukunftsgerichtetes Karnevalsbild gemeinsam zu realisieren.
Pferde und Kutschen abgezogen, Zugverlauf verzögert sich weiterhin erheblich
Mehrere Traktoren fielen im Rosenmontagszug aus, eine alte Bimmelbahn blockierte die Fahrtroute, und nach einer Gewitterwarnung zogen die Verantwortlichen Pferdegespanne und Kutschen vorsorglich zurück. Diese Zwischenfälle führten zu ungefähr zwei Stunden Verzögerung. Schwere Vorfälle traten nicht auf. Trotz des ständigen Wechsels zwischen sonnigen Abschnitten und starken Regenschauern blieb die Karnevalsstimmung ungebrochen. Die Helfer reagierten flexibel, richteten Umleitungen ein und organisierten Ersatzgeräte, sodass der Umzug bald wieder Fahrt aufnahm.
Herzlicher Dank von Michelske an Jecken Helfer und Gesellschaft
Zum Abschluss des farbenfrohen Rosenmontagszuges bedankte sich Zugleiter Marc Michelske bei allen, die zum Gelingen des Umzugs beitrugen. Sein Dank richtete sich an die zahlreichen Karnevalsgesellschaften, deren aufwendig gestaltete Wägen und unterhaltsame Fußgruppen den Zug bereicherten, sowie an die engagierten Helferinnen und Helfer, die für reibungslose Organisation und Sicherheit sorgten. Darüber hinaus würdigte er die Jecken entlang der Strecke und die vielen Fernsehzuschauer, die mit ihrem Beifall und Jubel den Tag zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben.
21 Persiflagewagen kommentieren politisches Geschehen pointiert und künstlerisch farbenfroh
Satire, die regionale Besonderheiten pointiert aufgreift, pulsierende kölsche Brauchtumsrituale, ungestüme Jeckenbegeisterung und ein zukunftsgerichteter Sessionsausblick treffen im Kölner Rosenmontagszug zusammen. Dieses Ensemble schafft eine dynamische Plattform, auf der unterhaltsame Provokation und gemeinschaftliche Identität Hand in Hand gehen. Zugleich initiiert der Festzug kritische Gespräche und weckt die Bereitschaft zum Mitdenken. Für viele Jecken wird er so zum Impulsgeber für eigenverantwortliches Mitgestalten der närrischen Zukunft. und inspiriert sie, innovative Beiträge zu leisten

